Bundesgesundheitsminister Spahn liefert wie versprochen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat am 13. September 2018 in einem Treffen mit den Vertretern der Verbände der Heilmittelerbringer (für den VPT hat der Bundesvorsitzende Karl-Heinz Kellermann teilgenommen) konkrete Lösungsvorschläge versprochen. Schon 5 Tage nach den Treffen und noch vor unserem Therapiegipfel in Berlin liefert der Minister - und zwar beachtlich.

Mit dem Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung (HHVG) hatte der Gesetzgeber in der vergangenen Legislaturperiode die Heilmittelversorgung schon besonders gewürdigt und die Begrenzung der Vergütungserhöhungen durch die Grundlohnsumme für 3 Jahre ausgesetzt. Für die Jahre 2017 bis 2019 konnten wir bundesweit und landesweit Vergütungsanhebungen von mehr als 30 % erzielen. Die Grundlohnsummenanbindung hätte uns z.B. für 2019 nur 2,65 % zugebilligt. Trotz dieser schon beachtlichen Ergebnisse haben wir nicht geruht und in vielen Gesprächen und Gelegenheiten weiter unsere Forderungen vorgetragen z.B. bei unserem Besuch bei Staatssekretär Dr. Gebhart.
Das von unserer VPT-Landesgruppe initiierte Gutachten der Universität Kaiserslautern hatte belegt: die uns von den Krankenkassen gezahlten Vergütungen werden dem Anspruch an eine angemessene Vergütung und damit den Erfordernissen aus Sicherstellungsauftrag und Fachkräftesicherung keineswegs gerecht. (siehe auch VPTMagazin Ausgabe 05 vom Juni 2018).

Vor den Hintergrund des Fachkräftemangels und der zunehmenden Bedeutung der Heilmittelerbringer hält nun auch Gesundheitsminister Jens Spahn weitere Reformschritte für erforderlich und wird auch teilweise ganz konkret:

Dauerhaft angemessene Preise für Heilmittelleistungen ermöglichen

lautet einer der Titel aus dem Eckpunktepapier zur Sicherung und Weiterentwicklung der Heilmittelversorgung das Bundesgesundheitsminister Jens Spahn heute vorgelegt hat. Unsere Forderung, die Grundlohnsummenanbindung für diesen Versorgungsbereich generell aufzuheben, will der Minister entsprechen:

„Bei ihren künftigen Preisverhandlungen haben die Vertragspartner auf Bundesebene den wachsenden Bedarf an einer wohnortnahen Versorgung mit Heilmittelleistungen, die berechtigten wirtschaftlichen Interessen der freiberuflich tätigen Heilmittelerbringer sowie die Zahlung angemessener Arbeitsentgelte für die Angestellten in den ambulanten Praxen zu berücksichtigen.“

Das ergänzt Jens Spahn auch gleich mit Vorschlägen für ein neues Vertragssystem und will auf Bundesebene gleiche Preise für gleiche Leistungen schaffen.

Und nicht nur das: bei Zulassungsvoraussetzungen und Bürokratie sieht der Minister Handlungsbedarf, will ein Mehr an Versorgungsverantwortung für die Heilmittelerbringer. Heilmittelbehandlungen unter Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien und natürlich die Schulgeldfreiheit und die Ausbildungsvergütung sind weitere Punkte des Papiers von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Sie finden es hier.

Die konkrete Ausgestaltung der Punkte steht an. Hier werden wir unsere Erfahrungen und Forderungen weiter gerne einbringen.

Mehr hierzu auch vom SHV.

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