VPT-Regionalkonferenz - gut besucht

Gut besucht war unsere Regionalkonferenz am 21.09.2019 in Ramstein-Miesenbach. Interessant war der Vortrag von Nanete Leick zu den Ausprägungen psychischer Erkrankungen, die uns tagtäglich in unserer Praxis begegnen.
Gute Anregungen gab es aus den Reihen der Teilnehmer zu den vielen bevorstehenden Änderungen, die uns das TSVG beschert hat und noch bescheren wird.

Die bisherigen Erfolge in den Vergütungsanhebungen müssen nun auch bei den Mitarbeitern in den Praxen ankommen. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass hier noch Nachholbedarf besteht.

Der Einsatz für eine weitere Verbesserung unserer Vergütungen geht weiter. Die Krankenkassen haben in den Vereinbarungen der Preise für die einzelnen Leistungspositionen unter Zugrundelegung eines wirtschaftlich zu führenden Praxisbetriebes die Entwicklung der Personalkosten, die Entwicklung der Sachkosten für die Leistungserbringung sowie die durchschnittlichen laufenden Kosten für den Betrieb der Heilmittelpraxis zu berücksichtigen.

Diese Bestimmungsgrößen für die künftigen Preisverhandlungen müssen unsererseits belegt werden. Dafür haben die Verbände gemeinsam ein Wirtschaftlichkeitsgutachten in Auftrag gegeben.

Wirtschaftlichkeitsgutachten - wichtig dass ALLE mitmachen!

Eine hohe Teilnehmerzahl ist wichtig für die Aussagekraft des Gutachtens - ALLE sind aufgefordert mitzumachen. Mehr dazu hier. Alle Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber sind aufgerufen, bis spätestens am 31. Oktober 2019 ihre Daten aus dem Jahr 2018 in einen Onlinefragebogen einzutragen. Die Auswertung der Daten durch das Institut für Gesundheitsökonomik erfolgt komplett anonymisiert und ist absolut datenschutzkonform.

Gespannt sind wir auch auf die Blankoverordnung und die noch zu klärenden Detailfragen. Zum 01.01.2021 soll sie kommen. Der Arzt stellt die Indikation für die Blankoverordnung, die dann nicht mehr der Wirtschaftlichkeitsprüfung unterliegt. Der Therapeut bestimmt aufgrund der vom Arzt festgestellten Diagnose selbst über Auswahl und die Dauer der Therapie sowie die Frequenz. Für die Behandlung bleiben dem Therapeuten dann maximal 16 Wochen. Bei welchen Indikationen eine Blankoverordnung möglich ist, darüber müssen Verbände und Kassenärztliche Bundesvereinigung Einvernehmen herstellen. In den Verträgen mit den Krankenkassen sind Möglichkeiten zur Bestimmung der Dauer der einzelnen Behandlungseinheiten und der daraus resultierenden Preisstruktur festzulegen. Maßnahmen zur Vermeidung einer unverhältnismäßigen Mengenausweitung die medizinisch nicht begründet ist, sind zu finden.

Das deutliche Mehr an Behandlungsfreiheit für den Therapeuten soll vor allem den Patienten zugute kommen. Sicher werden mit der höheren Freiheit und dem Mehr an Verantwortung die Anforderungen an die Dokumentation steigen.  Wunsch der Therapeuten dabei ist, dass dieses mehr an Verantwortung auch entsprechend entlohnt wird und nicht durch eine weitere Zunahme von Bürokratie aufgefressen wird.

Heilmittelverordnung soll einfacher werden

Ganz aktuell konnten wir in unserer Regionalkonferenz über den zwei Tage zuvor gefassten Beschluss des gemeinsamen Bundesausschuss berichten, die Heilmittel-Richtlinie (HMR) neu zu fassen. Der erste Entwurf vom 29.08.2018 musste wegen weiterer Vorgaben aus dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vom 6. Mai 2019 nochmals überarbeitet werden.
Zentrale Punkte der Neufassung sind die "indikationsbezogenen orientierenden Behandlungsmengen" welche die bisherige indikationsbezogene Gesamtverordnungsmenge des Regelfalls ersetzt und der "Verordnungsfall" welcher die Unterscheidung in Erstverordnungen, Folgeverordnungen und Verordnungen außerhalb des Regelfalls hinfällig werden lässt. Damit entfällt dann auch das Genehmigungsverfahren für Verordnungen ausserhalb des Regelfalls.
Insgesamt sollen die Möglichkeiten fehlerhafte Verordnungen auszustellen und damit die Quellen von Absetzungen reduziert werden. So soll nunmehr das Verordnungsdatum entscheidend sein und nicht mehr das „behandlungsfreie Intervall“, ob ein neuer Verordnungsfall eintritt. Auch entfällt die Problematik des Arztwechsels, da jeder Arzt für sich einen Verordnungsfall auslöst.
Die Diagnosegruppen werden zusammengefasst und die direkte Zuordnung von Leitsymptomatik und Therapie entfällt in den ab dem 01.10.2020 geltenden neuen Richtlinien.
Der späteste Behandlungsbeginn wird von bisher 14 auf künftig 28 Tage erweitert. Nur bei dringendem Behandlungsbedarf - der Arzt soll dies entsprechend kennzeichnen - bleibt es bei dem Beginn innerhalb von 14 Tagen.
Nur noch bei besonderen Verordnungsbedarfen oder langfristigem Heilmittelbedarf d.h. bei den gelisteten Diagnosen kann die Verordnungsmenge je Verordnung für eine Behandlungsdauer von bis zu 12 Wochen verordnet werden. Ansonsten ist die Menge je Verordnung auf 6 Einheiten begrenzt.
Die Unterscheidung von vorrangigen und optionalen Heilmitteln entfällt und es erfolgt keine direkte Zuordnung mehr von Leitsymptomatik und Therapie.

Ganz aktuell konnten wir auch von den Ergebnissen des Therapiegipfels in Berlin berichten. Gesundheitsminister Spahn hat nun die Novellierung des Berufsgesetzes ganz oben auf der Agenda. Eine Bund-Länder-Kommission bereitet aktuell die Gesetzgebung vor.

Auch bei der Telematik wollen wir dabei sein. Das elektronische Rezept wird irgendwann kommen und wir fordern die Übernahme der Kosten für die Ausrüstung durch die Krankenkassen.

Es bleibt spannend und vieles ist in Bewegung. Details zur Blankoverordnung sind weiter zu klären, Rahmenverträge und Einrichtungskriterien sind zu verhandeln und vieles mehr. Unsere Regionalkonferenz konnte einiges erörtern und die Meinungen und Anregungen der Mitglieder aufnehmen. Weitere Veranstaltungen werden notwendig sein und folgen. Denn:

Wir machen uns für Ihre Interessen stark!

Bild: Impression von unserer Regionalkonferenz

Bezirksstelle Pfalz

Satzungsgemäß sind alle 4 Jahre die Wahl des Vorsitzenden und des stellvertretenden Vorsitzenden der Bezirksstellen durchzuführen. Die entsprechende Mitgliederversammlung der Bezirksstelle Pfalz wurde am 21.09.2019 im Congress Center in Ramstein-Miesenbach durchgeführt. In geheimer Wahl wurde Erwin Hilgert als Bezirksvorsitzender für weitere 4 Jahre in diesem Amt bestätigt.
Stellvertretende Bezirksvorsitzende wurde Katja Müller aus Rodenbach.
Wir danken an dieser Stelle für die Bereitschaft zum berufspolitischen Engagement für unseren Beruf und unsere Kolleginnen und Kollegen und wünschen stets gutes Gelingen und auch Freude daran.

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