Mangel an Physiotherapeuten

Der Mangel an Physiotherapeuten in Rheinland-Pfalz wird in der Presse thematisiert. Nicht nur die Tagespresse, auch das Ärzteblatt beziehen sich dabei auf die Antwort der Landersregierung auf die Große Anfrage der CDU.

Über unsere Gespräche mit den Politikern auf Landesebene berichten wir regelmäßig. Die  Fraktion der CDU hat als Reaktion darauf (siehe Mitteilung vom 22.01.2018) eine Große Anfrage zur Situation der Physiotherapie in Rheinland-Pfalz gestellt.

Die Antwort des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie liegt nun vor.

In der Antwort geht das Ministerium ausführlich auf die Situation in den Schulen ein und den drohenden Fachkräftemangel. Wer auch immer der Auslöser der Bemühungen war, in einem muss man dem Hause recht geben: das Land Rheinland-Pfalz erkennt die Bedeutung physiotherapeutischer Leistungen und zeigt vielfältige Bestrebungen zur Stärkung der Versorgung mit Physiotherapie und kann auch beachtliche Erfolge aufweisen. Mit dem Branchenmonitoring hat man die Situation der Gesundheitsfachberufe in den Blick genommen und analysiert und auch einige erforderliche Schritte in die Wege geleitet. In der Schulgeldfreiheit wurden beachtliche Erfolge erzielt, die wegweisend für andere Bundesländer und auch die Bundespolitik sind.

Die für die Zukunft prognostizierte Fachkräftelücke von 1.100 Therapeuten ist realistisch, zumal die Praxen schon jetzt über deutliche Probleme in der Stellenbesetzung schildern. Derzeit auftretende Versorgungsprobleme werden sich alsbald verschlimmern.

Ein Irrtum dabei ist es anzunehmen, dass die gestiegene Anzahl von Heilmittelverordnungen die Situation der Physiotherapeuten verbessert. Die Zunahme ist lediglich ein Indiz für die Mehrarbeit, die aus der demographischen Entwicklung resultiert. Die Arbeitsverdichtung in den Praxen führt jedoch nicht zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Therapeuten. Betriebswirtschaftliche Studien haben hingegen ergeben, dass sich die wirtschaftliche Situation der Praxen trotz Mehrarbeit zunehmend verschlechtert. Zu den im Vergleich zu anderen Berufen des Gesundheitswesens mehr als mangelhaften Vergütung, kommen die zunehmende Belastung und die Verantwortung. Nach einer Studie der Hochschule Fresenius flüchten viele Therapeuten wegen der unfairen Bezahlung, verbunden mit wenig Aufstiegschancen aus ihrem Beruf.

In der Frage der schlechten Entlohnung entzieht sich das Land gerne mit dem Hinweis auf die Selbstverwaltung der Einflussnahme. Dies ist so nicht richtig, da Krankenkassen trotz Wegfall der Grundlohnsummenanbindung für die Jahre 2017 bis 2019 zwar auf höherem Niveau verhandeln, aber noch immer dem mehr Benchmarking folgen, als die Notwendigkeiten der Sicherstellung der Versorgung zu erkennen und umzusetzen. Den Ausführungen des BMG muss daher auch widersprochen werden: die verzeichneten Ausgabensteigerungen basieren auf der Mehrarbeit, welche die Therapeuten zu leisten haben. Mehr verdient haben die Therapeuten in den Praxen dadurch noch lange nicht.

Die Antwort auf die Große Anfrage finden Sie hier.

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