Landesprojekt: Berufsverbleib in den Gesundheitsfachberufen

Mit der Arbeitsmarkanalyse "Branchenmonitoring" hat das Land Rheinland-Pfalz ein komplexes statistisches Modell zur Vorausberechnung des zukünftigen Angebots an Heilmittelerbringern auf dem Arbeitsmarkt sowie der zukünftigen Nachfrage nach Fachkräften entwickelt. Aus der Prognose des erwartbaren Fachkräftebedarfs leiten sich wichtige Handlungsfelder für die zukünftige Arbeit der Landesregierung und des Ministeriums ab. Die Untersuchung der Zahl der Absolventen und des bestehenden Fachkräfteangebots und der Nachfrage wird nun ergänzt um das Landesprojekt „Berufsverbleib in den Gesundheitsfachberufen“. Wie schon im Expertenbeirat zum Branchenmonitoring, wirken wir auch hier mit.

Viele Berufsangehörige steigen aus dem Beruf aus, andere gehen in Rente. Um diese Entwicklung in die Prognose des zukünftigen Fachkräfteangebots mit einzubeziehen, hat das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz ein neues Projekt gestartet. VPT und Physio-Deutschland, Gründer der Dachorganisation der Heilmittelverbände Rheinland-Pfalz (DOH-RP) und weitere Mitglieder der Landesarbeitsgemeinschaft der Heilmittelverbände begleiten das Projekt.

In einer ersten Studie unter dem Titel“ Ich bin dann mal weg!“ hatte schon die Hochschule Fresenius aus Idstein festgestellt, dass viele Therapeuten aus dem Beruf ausgestiegen sind oder daran denken auszusteigen.

Im „Branchenmonitoring“ sind zukünftige Absolventinnen und Absolventen der Ausbildungen sowie der derzeitige Beschäftigtenbestand die wichtigsten Komponenten. Im Landesprojekt „Berufsverbleib in den Gesundheitsfachberufen“ sollen nun altersbedingter Austritte, Berufsaussteiger bzw. Berufswechsler und temporär nicht zur Verfügung stehende Personen (Elternzeit) mit in die Berechnungen einbezogen werden. Hier liegen für die therapeutischen Gesundheitsberufe bislang nur unzureichend qualitativ hochwertige Daten vor.

Das neue Projekt wird durch die Verbände unterstützt. Diese entsenden Vertreter in den Expertenbeirat, dessen erste Sitzung am 04.06.2018 stattgefunden hat. Folgen wird nun eine Umfrage in den Mitgliedsbetrieben.

Wir unterstützen das Projekt gern, weil wir wissen, dass das Land Rheinland-Pfalz und das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie aus den Erkenntnissen auch notwendige Schritte ableitet.

Ein gutes Beispiel hierfür ist die Schulgeldfreiheit in der Physiotherapie. Diese leistet einen zentralen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Dem Land ist es in den vergangenen Jahren gelungen, aus vormals einer schulgeldfreien Schule, bislang bereits 13 von 19 Physiotherapieschulen in der Trägerschaft eines Krankenhauses zu holen, damit diese eine schulgeldfreie Ausbildung anbieten können. Ministerium, Krankenkassen und Landeskrankenhausgesellschaft leisten hier ihren Beitrag zur Fachkräftesicherung durch kostenfreie Ausbildung.

Am Beiratstreffen haben wir gerne teilgenommen. Unser Foto zeigt die Mitglieder der Landesarbeitsgemeinschaft der Heilmittelverbände Rheinland-Pfalz (v.l.n.r.): Bettina Gärtner (ZFD-Deutscher Verband für Podologie). Herbert Schneider (Verband Physikalische Therapie VPT), Ute Lichtwald (dbl-Deutscher Bundesverband für Logopädie), Dagmar Schlaubitz-Raab (PHYSIO-DEUTSCHLAND) und Mark Rietz (IFK-Bundesverband selbständiger Physiotherapeuten).

VPT und PHYSIO-DEUTSCHLAND engagieren sich mit den oben genannten Verbänden und dem dve-Deutscher Verband der Ergotherapeuten in der Arbeitsgemeinschaft und haben – zur besseren, gemeinsamen Durchsetzung unserer Interessen – auch die Dachorganisation der Heilmittel-Verbände Rheinland-Pfalz (DOH-RP) gegründet. Hinzugekommen ist hier der Verband Leitender Lehrkräfte an Schulen für Physiotherapie e.V. Landesgruppe Rheinland-Pfalz (VLL RP). Die Aufnahme weiterer Verbände unter dem Motto „gemeinsam sind wir stärker“ ist angestrebt.

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