Konferenz des Sachverständigenrat

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen hat die Aufgabe, im Abstand von 2 Jahren die Entwicklung in der gesundheitlichen Versorgung mit ihren medizinischen und wirtschaftlichen Auswirkungen zu analysieren, Prioritäten für den Abbau von Versorgungsdefiziten und bestehenden Überversorgungen zu entwickeln, Vorschläge für Orientierungsdaten vorzulegen, sowie Möglichkeiten und Wege zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens aufzuzeigen.

In dem fast 750 Seiten starken Gutachten 2018 befassen sich die Wissenschaftler u.a. mit der Neuorganisation der Notfallversorgung, der Weiterentwicklung der Krankenhausplanung und –finanzierung, der Weiterentwicklung der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit von Kliniken und ambulantem Bereich, aber auch mit Empfehlungen für eine gezieltere Steuerung von Patientenwegen sowie eine zukünftig sektoren-, disziplinen-und professionenübergreifende gesundheitliche Versorgung.

Die Gutachten werden dem Bundesministerium für Gesundheit und den gesetzgebenden Körperschaften des Bundes vorgelegt und in den Fachkreisen intensiv diskutiert.

Der Sachverständigenrat hat bei einem Symposium in Berlin und auf vier Regionalkonferenzen das Gutachten der Fachöffentlichkeit vorgestellt.

Auf der Regionalkonferenz West in Düsseldorf am 27.11.2018 wurden Möglichkeiten einer bedarfsgerechten Steuerung der Gesundheitsversorgung aufgezeigt.

Frau Dr. Petra Thürmann als Mitglied im Sachverständigenrat gab am Beispiel von Patienten mit Rückenschmerzen, Empfehlungen für eine gezieltere Steuerung von Patientenwegen.

Zur bedarfsgerechten Steuerung  empfiehlt der Rat unter anderem
- die Patienteninformation zu den Ursachen und Behandlungsoptionen zu stärken,

- eine leitliniengerechte Versorgung sicherzustellen,
- Wirbelsäulenoperationen in die Zweitmeinungs‐Richtlinie des G‐BA aufzunehmen
und nicht zuletzt
- die Rolle der Physiotherapie im Behandlungsprozess zu stärken.
   Dazu sollen Blankoverordnungen und der Direktzugang zum Physiotherapeuten
   in Modellvorhaben erprobt und in methodisch hochwertigen Studien systematisch
   evaluiert werden.

Physiotherapeuten sollten zudem in interdisziplinären Teams, z. B. in Wirbelsäulenzentren, vertreten sein.

Der Rat fordert auch das Schulgeld im Rahmen der Physiotherapieausbildung abzuschaffen und stattdessen eine Vergütung analog zur Pflegeausbildung einzuführen.

An der Regionalkonferenz in Düsseldorf war der VPT durch Landesvorsitzender Erwin Hilgert, Landesgeschäftsführer Herbert Schneider von der Landesgruppe Rheinland-Pfalz-Saar und durch Karl-Werner Doepp, VPT Landesvorsitzender Nordrhein-Westfalen vertreten.

Das Foto zeigt Erwin Hilgert und Karl-Werner Doepp im Gespräch mit dem Mitglied im Sachverständigenrats, Prof. Dr. med. Petra A. Thürmann, Universität Witten/Herdecke.

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